Chronik

Rückblick auf eine große Idee und eine beeindruckende Entwicklung –

60 Jahre Theatertage der bayerischen Gymnasien

Viele Institutionen und wiederkehrende Ereignisse verdanken ihren Bekanntheitsgrad und ihre Bedeutung oft einem Mythos. Mit so etwas können die Theatertage nicht aufwarten, aber mit einer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte, denn die Theatertage wurden nicht vom KM, einer Stadt oder einem Theater gegründet, sondern von Dr. Heinz Roth, einem Rechtsanwalt und Elternbeiratsvorsitzenden, der 1950 die Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern gegründet hatte. Aus der Freude der eigenen Kinder am Theaterspielen hatte er den richtigen Schluss gezogen und wollte beizeiten die gestalterischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler neben der Wissensvermittlung gefördert sehen. Weil das ohne Lehrer nicht zu machen war, wandte er sich 1956 an den damaligen Vorsitzenden des bayerischen Philologenverbands,  OStD Dr. Schuh, der sofort zur Mitarbeit bereit war. Der Bayerische Rundfunk wurde als Spendengeber und Berichterstatter gewonnen und es begann die Planung der ersten Theatertage der bayerischen Gymnasien, die damals noch Schulspieltage hießen.

Gunda Burkhardt, Geschäftsführerin der LEV im Jahr 1956 und Dr. Heinz Roth, Gründer der Theatertage der bayerischen Gymnasien

Erstaunlich modern klingen noch immer die Zielsetzungen: „Sollte man nicht den Spielern, die an der eigenen Schule meist ein sehr beifallsfreudiges Publikum finden, einmal ein anderes, sachkundigeres, vielleicht kritischeres Publikum verschaffen und die Gelegenheit geben, sich an der Leistung anderer zu messen?“, überlegte Dr. Roth und meinte, dass ein regelmäßiger, jährlicher Erfahrungsaustausch der Schüler sowie der Lehrkräfte in ihren Spielgruppen nicht schaden könnte - so jedenfalls berichtete Gunda Burkhardt, damalige Geschäftsführerin der LEV, bei den 40. Theatertagen in Schwabach von den Tagen im Jahr 1956. Zudem erscheint die Gründung der „Fördergemeinschaft der Landeselternvereinigung und des Bayerischen Philologenverbandes für das Laienspiel an den höheren Schulen in Bayern“ aus heutiger Sicht als ein mutiger und zukunftsweisender Schritt. Damit Sachkunde und Kritikfähigkeit der Lehrer begründet werden konnten – ein Schulfach Theater war in weiter Ferne – gründete im gleichen Jahr Herr MR Rauscher aus dem Bayerischen Kultusministerium mit einigen Lehrern die „Arbeitsgemeinschaft für das Schulspiel“, die dann für die Aus- und Fortbildung der Lehrer zuständig werden sollte.

 

Die Fördergemeinschaft im Jahre 1989
 Rainer M. Rupp, Vorsitzender bpv, Dr. Ingrid Sailer, LEVVorsitzende,
Reinhold Schira, Leiter der FG von 1991-
2008, Gerhard Meyer, AK MFR, Dr. Heinz Roth, Gründer
der FG und der Theatertage der bayerischen Gymnasien,
Thomas Röttger, Leiter der FG von 1980-1990, Frank
Ferstl, Vorstand LEV, Günter Frenzel, Vorsitzender der LAG
TuF, Leiter der FG von 2009-2010

Paul Amtmann, der lange Jahre Musiklehrer und vor allem Theaterlehrer am Erasmus-Grasser-Gymnasium in München war, wurde ihr erster Vorsitzender. Er war es auch, der das bayerische Schultheater als langjähriger Vorsitzender der „Bundesarbeitsgemeinschaft Darstellendes Spiel“ und als Herausgeber der bundesweiten Zeitschrift „Das Spiel in der Schule“ in ganz Deutschland bekannt machte.

Paul Amtmann, Musik- und Theaterlehrer, München

Die intensive Zusammenarbeit der Fördergemeinschaft mit der LAG – seit 2010 „Landesarbeitsgemeinschaft Theater und Film an den bayerischen Schulen“ – klappt heute so wie vor 60 Jahren. Das wird vor allem in der Juryarbeit sichtbar, wo es gilt, aus den zahlreichen Theatergruppen, die sich jedes Jahr anmelden, diejenigen auszuwählen, die dann das Programm der jeweiligen Theatertage bestreiten. Nicht nur dieses strukturelle Merkmal – die Auswahl der Stücke durch eine Jury – ist aus den ersten Jahren in etwa geblieben, sondern auch weitere: Dem Motto „Dabei sein ist alles!“ entsprechend gibt es keine Preise; jede Gruppe zeigt ein vorbereitetes Stück mit einer maximalen Länge von 45 Minuten, die auch geringfügig überschritten werden können; jedes gezeigte Stück muss anschließend besprochen werden; außerdem sollen die Spieltage der Begegnung dienen, Anregungen geben und Belohnung für schulische Spielarbeit sein; und nicht zuletzt sollte ein Abend für geselliges Zusammensein aller Teilnehmer frei bleiben. Diese Merkmale tragen nach wie vor zum Erfolg der Theatertage bei.

Die ersten Schulspieltage – damals Laienspieltage der Gymnasien – fanden in einem Schloss statt, in dem allerdings das Gymnasium untergebracht war. Vom Juli 1957 zeigten Spielgruppen aus ganz Bayern in Tegernsee ihre Stücke. Ludwig Maximilian Faßold, der erste Leiter der Fördergemeinschaft, suchte sich den Bankettsaal des Schlosses für die Aufführungen aus. Genächtigt wurde in einzelnen Räumen der Schule und in Zelten im Schlossgarten. Eine Freilichtaufführung - nachts unterm Sternenhimmel - wagte auch der Dauerregen nicht zu stören. Die Spielgruppe des Melanchthon-Gymnasiums Nürnberg unter der Leitung von Hans Heißner zeigte von Aristophanes „Die Vögel“, eine Aufführung, über die man noch Jahre später sprach. Das damalige Publikum lernte einen Spielleiter kennen und schätzen, der den Spieltagen mit seinen großartigen Theatergruppen und mit Stoffen aus der griechischen Antike noch lange Zeit wunderbare Aufführungen schenken sollte. Von Tegernsee aus zog der Thespiskarren die nächsten Jahrzehnte weiter durch alle Regierungsbezirke Bayerns. Immer wieder mussten ein Schulleiter oder eine ganze Schule dafür gewonnen werden, die Spieltage auszurichten. Und jedes Mal klappte es, es gab sogar Schulen, die sich zweimal bewarben, eine sogar dreimal.

Ludwig M. Faßold, Leiter der FG von 1957-1980

Im Jahre 1981 anlässlich der Spieltage in Landshut übergab Ludwig M. Faßold die Leitung an Thomas Röttger aus Weilheim, der nicht nur bei eben diesen Spieltagen durch die Aufführung der Carl Orff’schen Komödie „Astutuli“ aufhorchen ließ, sondern den Spieltagen und der Fördergemeinschaft in der Folgezeit wichtige neue Impulse gab. Vor allem war es für ihn nicht einfach, die beiden Verbände, die oft aus unterschiedlichen Interessenlagen heraus zu operieren hatten, zusammenzuhalten. Er schaffte es, mit den Vorsitzenden Elisabeth Fischer (LEV), sowie Dr. Rudolf Lehner, Max Schmid und dann Rainer Rupp (bpv) wieder engagierte Förderer zu finden, die eine fruchtbare Weiterentwicklung sicherstellten. Im August 1981 erschien eine Sondernummer von „GiB“, der Zeitschrift des bpv, zu den 25. Spieltagen in Landshut. In dieser wies der damalige Vorsitzende Max Schmid zu Recht stolz darauf hin, dass die Spieltage der bayerischen Gymnasien in dieser Form einmalig und die ältesten in ganz Deutschland sind. Zudem sorgte Thomas Röttger mit Unterstützung von Jutta Gruber dafür, dass es ab 1984 bei den Spieltagen immer ein ausführliches Programmheft gibt, in dem die einzelnen Spielgruppen und deren Stücke vorgestellt werden, auch Programmatisches zum Schultheater selbst darf darin nicht fehlen. Das Heft – stets im markanten quadratischen Format gehalten und von der veranstaltenden Schule gestaltet – begleitet die Teilnehmer seither in seiner sprichwörtlichen Buntheit durch die Jahre. Im gleichen Jahr widmete sich „schulreport“, die Zeitschrift des Kultusministeriums, allein dem Schulspiel in Bayern. In einem Grußwort der Staatssekretärin Berghofer-Weichner wird eine damals wichtige Zielsetzung klar ausgesprochen: „Im Sinne einer gesunden geistig-seelischen Entwicklung unserer Jugend ist es von eminenter Wichtigkeit, der weitverbreiteten Konsumhaltung entgegenzuwirken und die jungen Menschen von der passiven Hinnahme von ‚Konservenerlebnissen’ (Amtmann) zu einem aktiven Erleben und Gestalten ihrer Welt hinzuführen“.

In den 70er und 80er Jahren wurden die Spieltage durch Lehrerinnen und Lehrer geprägt, die mit großem Engagement sowohl in ihren Spielgruppen als auch bei der Organisation der Spieltage dabei waren. Zu nennen wäre vor allem Josef Freilinger aus Straubing, der bereits 1981 mit der Eigenproduktion „Chamäleon oder Moritat von einer längeren Leich“ eine Groteske vorstellte, die nicht nur körpersprachlich beeindruckendes Spiel war, sondern stilbildend im bayerischen Schultheater wirkte. Er prägte nachfolgende Generationen und machte das Schultheater Bayerns bei den bundesweiten Festivals bekannt. Weiter wären namentlich zu nennen: Paul Amtmann (München), Hans Heißner (Nürnberg, dann München), Klaus Mandl (Freising), Elinor Lippert (Augsburg) und Anneliese Reiter-Rath (Coburg). Sie fielen nicht nur wegen ihrer markanten und kompetenten Wortbeiträge bei den Spielbesprechungen und ihrer leidenschaftlich geführten Debatten um gutes Schultheater auf, sondern vor allem wegen ihrer immer gelungenen Aufführungen, die zu den Höhepunkten der jeweiligen Theatertage gehörten. Da die Aufführungen der Genannten als nahezu gesetzt erschienen, galt es nun, um Unmut bei den Jüngeren zu vermeiden, mit einer geladenen Jury zu operieren, die aus kundigen, erfahrenen Spielleitern bestand; die Aufführungen wurden in der Folge von den Jurymitgliedern vor Ort an den Schulen angesehen und in einer ausführlichen Jurysitzung beurteilt. Anschließend wurde mit den ausgewählten Inszenierungen das Programm zusammengestellt. 1982, bei den Theatertagen in Kempten, kündigte sich dann eine neue Generation von Spielleitern an, die mit ihren Stücken „Zigrettenwährung – oder Dou wou d’ Ami dou woan“ (Spielleitung Winfried Steinl, Sulzbach-Rosenberg) und „Julian der Gastfreie“ (Spielleitung: Gerhard Riffeser, Zwiesel) der Eigenproduktion einen neuen Stellenwert gaben. Erwähnenswert ist auch Jutta Gruber (Neu-Ulm), die ihrer Zeit voraus war und angeregt durch Aufführungen von Elinor Lippert, der damaligen Landesschulspielbera­terin, mit „TELE-Vision“ frei nach Wolfgang Deichsel die Videoinstallation auf die Bühne und in die Arena der Theatertage brachte. Weitere Spielleiter schlossen sich mit gekonnten Produktionen an und engagierten sich bei den Spieltagen, namentlich Therese Donath-Asböck (München), Gerhard Meyer (Hilpoltstein), Max Ballerstaller (Altötting), Inga Hauser (Gars), Josef Meißner (Passau), Toni Schmid (Freising), Bernd Lemmerich (Schweinfurt), Shirley Schilling (Oberhaching), Henning Hörmann (Wasserburg), Karlheinz Frankl (Straubing), Wolrad Stoecker (Straubing), Rudi Stangl (Dingolfing), Christiane Raab-Bauer (Bad Kötzting), Robert Grimbs (Kirchheim), Harald Molocher (Fürstenfeldbruck), Adalhard Biederer (Ingolstadt), Jutta Meierott (Würzburg),  Volker Scheuten (Uffenheim). Eine weitere Neuerung, die Thomas Röttger am Herzen lag, waren die Spielbesprechungen, die jetzt aufgeteilt wurden, gleichzeitig stattfanden und die Teilnahme von Schülern zuließen. Das brachte mehr Qualität in die Gespräche, die vorher zum Teil mit 200 Teilnehmern, eher gebrüllten Gesprächsbeiträgen und Beifallsgewittern abliefen. An der Regelung der Stegreifspiele wurde festgehalten.

Thomas Röttger und Reinhold Schira

Die Gruppen erhielten eine Stunde vor Auftritt ein Thema, das sie dann in kurzen Szenen und meistens im Freien darstellen sollten. Das überforderte so manche Spielgruppe, aber bei anderen führte es auch zu überaus phantasievollen Einfällen. Trotzdem wurde die Frage nach mehr Fortbildung gestellt; sowohl für die Lehrer als auch für die Schüler. Inzwischen gab es seit 1985 an vielen Gymnasien den Grundkurs Dramatisches Gestalten, der sich als sehr erfolgreich herausstellte und sich auch zunehmend positiv auf die Aufführungen, die für die Spieltage ausgewählt wurden, auswirkte. Die Zahl der Anmeldungen wuchs und auch die Zahl der Spielleiter, die ohne Gruppe die Spieltage aus fachlichem Interesse besuchten. Bis 2007 blieben die Stegreifspiele im Programm und wurden dann folgerichtig durch die Präsentationen der Workshops ersetzt, die für die Schüler in der Mehrheit von externen Fachkräften, durch Theaterpädagogen und Künstler angeboten wurden. Auch der offizielle gesellige Abend blieb auf der Strecke und wurde durch einen fachlich orientierten Gesprächskreis aller Spielleiter ersetzt.

Zweifellos hatten die Spieltage auch eine unübersehbare Vorbildfunktion für andere Festivals, wie die Theatertage der Realschulen und zahlreiche regionale Festivals in Bamberg, Augsburg, Nürnberg, München, Regensburg, Mittel- und Oberfranken. In den 90er Jahren kamen dann auch regionale und landesweite Spieltage der Grund-, Haupt- und Förderschulen dazu.

Josef Meißner, Passau

Nach zehn Jahren erfolgreicher Planungs- und Organisationsarbeit übergab Thomas Röttger 1990 dann an Reinhold Schira, der als Spielleiter durch eindrucksvolle Aufführungen in St. Stephan in Augsburg auf sich aufmerksam gemacht hatte. 18 Jahre lang, bis 2008, leitete dieser die Fördergemeinschaft erfolgreich und damit die Spieltage, die jetzt Theatertage hießen und sich wiederum den schulischen Gegebenheiten – der Fachcharakter machte sich immer stärker bemerkbar – anpassten. Die Juryarbeit wurde noch transparenter gestaltet, die Veranstalter, die  LEV mit Dr. Ingrid Sailer, Dr. Manfred Scherzer, Ingrid v. Schnurbein, später dann Susanne Arndt und Annette Batora und der bpv mit Rainer Rupp und Rita Bovenz blieben tragende Säulen, und nahezu aus jedem Regierungsbezirk gab es jetzt „reisende“ Juroren. Die Jury nahm jetzt zunehmend auch Aufzeichnungen der Aufführungen als zusätzliche Entscheidungshilfe in Anspruch.

Die Notwendigkeit eines fachlichen Angebots im Bereich Theater an den Schulen hatte kurz nach dem Millenium zur Einrichtung eines Erweiterungsstudiengangs Darstellendes Spiel an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Eckart Liebau geführt. Den fachdidaktischen und fachpraktischen Teil der Ausbildung im Stil einer „Künstlerklasse“ übernahm Dieter Linck, der sowohl ein erfahrener Theaterlehrer an der Schule als auch Leiter eines kleinen Theaters in Nürnberg war. Sein erster erfolgreicher Auftritt bei den bayerischen Theatertagen war 1996 in Schwabach. Der Grundkurs Dramatisches Gestalten des Hans-Sachs-Gymnasiums Nürnberg spielte damals überaus beeindruckend Yvonne Keuls nicht leicht zu verdauendes Stück „Abgespielt“. Reinhold Schira konnte Dieter Linck später dazu gewinnen, mit den Studenten seines Studiengangs Workshops für die Schüler in den Theatergruppen anzubieten und zu präsentieren. Gleichzeitig sollte in den nächsten Jahren eine hochkarätige Fachtagung für die inzwischen über 100 anreisenden Theaterlehrer mit jährlich wechselnden Themenstellungen angeboten werden. Daneben gab es immer noch die Spielbesprechungen für die Schüler und die Fachforen für die Lehrer. Die Intensität des Diskurses über das Gesehene und Erarbeitete hatte ohne Zweifel erheblich zugenommen. 2008, in Uffenheim, in Reinhold Schiras letztem Jahr als Leiter der Theatertage, kulminierte die Fachtagung in einer großen Podiumsdiskussion zum Thema „Bedeutung und Stellenwert der ästhetischen Bildung in der Schule“. Das Thema wurde in Impulsreferaten unter den unterschiedlichen Perspektiven der drei Künste Musik, bildende Kunst und Theater betrachtet. Theater in der Schule begriff sich dabei auf Augenhöhe mit den anderen künstlerischen Fächern. „Die tief greifenden Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler innerhalb des Schultheaters im Umgang mit Stoff, Motiv, Idee und Gestaltung des Stückes, aber auch in reflektierender Auseinandersetzung mit sich selbst, den anderen Gruppenmitgliedern, der Spielleitung und dem Publikum sind durch keine andere Kunstform zu ersetzen“, so Eckart Liebau in seinem Vortrag in Uffenheim.

Kein Wunder, dass bei dem reichhaltigen Angebot für das Festival- und Fachtagungspublikum und den damit gewachsenen Ansprüchen die Suche nach einem Nachfolger für die Leitung schwierig wurde. In dieser heiklen Situation übernahm Günter Frenzel, Vorsitzender der LAG Theater und Film an den bayerischen Schulen von 2009 (Deggendorf) bis 2010 (Unterschleißheim) die Leitung für zwei Jahre unter der Bedingung, dass die Organisation in den nächsten Jahren arbeitsteiliger verlaufen sollte, kommissarisch. 2011 übernahm bei den 55. Theatertagen in Wasserburg Josef Meißner die Leitung der Fördergemeinschaft und organisierte zwei weitere erfolgreiche Theatertage in Landsberg am Lech und Passau. Karlheinz Frankl stand ihm als Vorsitzender der Jury hilfreich zur Seite. Sepp Meißner war in den Jahren vorher schon durch Aufführungen aufgefallen, die Lust am Spielen und handwerkliches Können zeigten, vor allem aber Witz, Ironie und Satire breiten Raum gaben, was im Schultheater bis dato leider eher eine Seltenheit darstellt. Dankenswerterweise machte er den „Unernst“ zum Thema der Fachtagung der Theatertage 2013 in Passau. Sein Nachfolger Max Weig (Nürnberg) knüpfte mit Dirk Benker (Nürnberg), dem Vorsitzenden der Jury, an die guten Traditionen der Theatertage an und organisierte 2014 in Münsterschwarzach und 2015 in Schwabach das Festival und die Fachtagung zur vollen Zufriedenheit der Teilnehmer, sodass man die Theatertage und die Fördergemeinschaft weiterhin in guten Händen weiß.

Auch und gerade in den letzten Jahren konnten die Theatertage immer mit der zuverlässigen Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, vor allem des Ministerialrats Flury und später dann des Referats Kulturelle Bildung unter der Leitung von MR Michael Weidenhiller, rechnen. Das betraf vor allem die Spielgruppen und die Freistellung der Lehrer.

Der Studiengang in Erlangen, die expandierende, äußerst erfolgreiche Fortbildung im Bereich Schultheater an der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen unter der Leitung von Günther Lehner, die Ausweitung der schulischen Theaterarbeit auf die Theaterklassen, das Profilfach, das P- oder W-Seminar brachte neue Impulse und bisher ungewohnte inhaltliche und thematische Ansätze sowie verblüffende Inszenierungsstile in den Aufführungen bei den Theatertagen zum Vorschein. Diese neuen Ansätze verbinden sich immer auch mit Namen von Theaterlehrern, die nicht nur durch theaterpädagogisches Wissen und Können auffielen, sondern wegen ihres weit über den schulischen Rahmen hinausgehenden Engagements. Es seien hier in loser Folge und sicher nicht vollzählig genannt: Karlheinz Frankl (Straubing), Bianka Zeitler (Bayreuth), Sabine Köstler-Kilian (Erlangen), Susanne-Barbara Huber-Scholl (München), Dirk Benker (Nürnberg), Michael Blum und Stefanie Höcherl (Unterschleißheim), Tim Proetel (München), Elke Sander (Augsburg), Christian Albert (Ingolstadt), Ingund Schwarz (München), Ludwig Bieger und Dominik Stoecker (Bamberg), Maria Teuber (München), Bernd Rosenthal (Coburg), Anne Schweinberger (Tutzing), Michael Aust (Münsterschwarzach), Gabriele Heese (Erlangen), Christine Baumann (Sulzbach-Rosenberg), Gerhard Häußler (Dorfen) und viele andere.

Max Weig, Nürnberg, Leiter der FG ab 2014

Es sind fast drei Generationen, die die Theatertage gemeinsam bis ins Jahr 2016 nach Unterhaching getragen haben. Das kann, das sollte doch so erfolgreich weitergehen.

 

Günter Frenzel, Reinhold Schira, Thomas Röttger

Anhang: